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Glossar – Insolvenzrecht, Krise und Sanierung von A bis Z

Insolvenzrecht ist komplex. Viele Begriffe tauchen in Bescheiden, Schreiben des Insolvenzverwalters oder Gerichtsdokumenten auf. Aber auch im Internet werden diese Begriffe verwendet – und sie werden selten erklärt. Dieses Glossar ändert das.

Hier finden Sie die wichtigsten Begriffe des Insolvenzrechts: klar definiert, ohne unnötiges Juristendeutsch, aber mit dem nötigen rechtlichen Tiefgang. Von Anfechtung bis Zahlungsunfähigkeit – alphabetisch sortiert, direkt abrufbar.

Das Glossar richtet sich an Geschäftsführer, Gesellschafter und Manager, die verstehen wollen was rechtlich passiert – nicht nur was ein Anwalt ihnen sagt.

Hinweis: Dieses Glossar ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Wenn Sie konkrete Fragen zu Ihrer Situation haben, sprechen Sie uns an.

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  • § 175 InsO – Forderungsanmeldung und Tabelle — §§ 174, 175 InsO sind das Handwerkszeug für Gläubiger: Forderung anmelden, Betrag und Grund angeben, Belege beifügen. Der Verwalter trägt alles in die Tabelle ein,…
  • 13. Gehalt (Jahressonderzahlung) in der Insolvenz und Wohlverhaltensperiode — 13. Gehalt in der WVP – Arbeitseinkommen, grundsätzlich pfändbar. Partieller Schutz nach § 850a Nr. 4 ZPO möglich: bis 500 Euro unpfändbar, wenn das 13.…

A

  • Abschluss des Insolvenzverfahrens — Abschluss des Verfahrens: Aufhebungsbeschluss nach § 200 InsO. Verbraucherinsolvenz: WVP beginnt. Regelinsolvenz: Ende. Ab Abschluss laufen die Fristen – sechs Monate Portal, drei Jahre SCHUFA.…
  • Absonderungsrecht — Das Absonderungsrecht ist die juristische Art zu sagen: Wer eine Sicherheit hat, kommt zuerst. Banken mit Grundschuld, Gläubiger mit Pfandrecht – die werden aus dem…
  • Abtretungserklärung — Wer Restschuldbefreiung will, muss drei Jahre lang den pfändbaren Teil seines Einkommens abtreten – das ist die Abtretungserklärung, und sie ist Teil des Insolvenzantrags. Klingt…
  • Abweisung mangels Masse — Ein Insolvenzverfahren kostet Geld – Gerichts- und Verwaltergebühren. Wenn nicht mal das gedeckt ist, wird der Antrag abgewiesen: mangels Masse. Bei einer GmbH bedeutet das…
  • Akzessorietät — Akzessorietät ist eines dieser juristischen Wörter, die schlimmer klingen als sie sind. Gemeint ist: Bestimmte Sicherheiten – wie eine Bürgschaft oder eine Hypothek – sind…
  • Amtsbekannt pfandlos — Amtsbekannt pfandlos – kurz: Das Gericht weiß es schon. Mehrere erfolglose Vollstreckungsversuche, mehrere Unpfändbarkeitsbescheinigungen, kein Vermögen aufzutreiben. Diese Vorgeschichte erleichtert Gläubigern erheblich die Antragstellung, weil…
  • Angemessenes Dienstverhältnis — Selbständige zahlen nicht das, was übrig bleibt – sondern das, was ein vergleichbarer Angestellter als pfändbares Einkommen hätte. Wer sich darunter hält, riskiert die Restschuldbefreiung.…
  • Aussonderungsrecht — Das Aussonderungsrecht ist im Grunde simpel: Was nicht dem Schuldner gehört, gehört nicht in die Insolvenzmasse. Punkt. Wer als Eigentümer einer Sache nachweisen kann, dass…
  • Austauschpfändung — Austauschpfändung bedeutet: Das Fahrzeug ist grundsätzlich geschützt – aber nicht unbegrenzt. Wer einen 50.000-Euro-SUV fährt und behauptet, er brauche ihn für die Arbeit, muss damit…

B

  • Bankrott — Bankrott klingt nach Insolvenz – ist es aber rechtlich nicht. Im Strafrecht ist Bankrott ein eigener Tatbestand (§ 283 StGB): Wer in der Krise Vermögen…
  • Bargeschäft (§ 142 InsO) — Das Bargeschäft ist das Schutzschild gegen die Insolvenzanfechtung – wenn man es richtig eingesetzt hat. Leistung gegen sofortige gleichwertige Gegenleistung: Die Masse wird nicht verkürzt,…
  • Beginn der Wohlverhaltensperiode — Beginn der WVP: nicht mit Eröffnung, nicht mit Antragstellung – sondern mit Verfahrensaufhebung nach § 200 InsO. Erst dann laufen die drei Jahre. Bei masseloser…
  • Beratungshilfe — Wer sich keinen Anwalt leisten kann, hat trotzdem Anspruch auf Rechtsberatung – über die staatliche Beratungshilfe. Eigenanteil: 15 Euro. Den Rest zahlt der Staat. Klingt…
  • Bescheinigung über das Scheitern des Schuldenbereinigungsversuchs — Kein Insolvenzantrag ohne Bescheinigung. Das ist die Regel. Die Bescheinigung über das Scheitern des außergerichtlichen Schuldenbereinigungsversuchs ist die Eintrittskarte ins Verbraucherinsolvenzverfahren – ausgestellt von einem…
  • Beschwerde (Insolvenzrecht) — Nicht jede Entscheidung des Insolvenzgerichts muss hingenommen werden. Das Gesetz sieht die sofortige Beschwerde vor – zwei Wochen Frist, dann ist der Zug abgefahren. Das…
  • Bonität — Bonität ist die Kurzformel für: Zahlt der das auch wirklich zurück? Banken, Lieferanten und Geschäftspartner stellen diese Frage, bevor sie sich auf jemanden einlassen. Bei…
  • Bürgergeld und Insolvenz — Bürgergeld in der Insolvenz: unpfändbar, gehört nicht zur Masse, kein Abführen. Aber Erwerbsobliegenheit nach § 295 InsO bleibt. Wer Bürgergeld bezieht und nicht nachweislich Arbeit…

C

  • COMI (Centre of Main Interests) — COMI ist die EU-Antwort auf die Frage: Welches Land ist zuständig? Wer seinen Lebensmittelpunkt oder Geschäftssitz in Deutschland hat, bekommt das deutsche Insolvenzverfahren. Wer ihn…
  • COMI-Shopping — COMI-Shopping ist der Versuch, das Insolvenzrecht eines anderen EU-Staates zu nutzen – durch Verlagerung des Lebensmittelpunkts oder Firmensitzes. Früher war England das bevorzugte Ziel: schnelle…

D

  • Dauerhafte Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit — Die dauerhafte Beseitigung der Zahlungsunfähigkeit ist der einzige legale Ausweg aus der Antragspflicht – aber er ist schmal. Drei Wochen, vollständige Schließung der Lücke, mit…
  • Drohende Zahlungsunfähigkeit — Drohende Zahlungsunfähigkeit ist der Insolvenzgrund, den viele nicht kennen – dabei ist er einer der wertvollsten. Wer absieht, dass er in absehbarer Zeit nicht mehr…
  • Drohende Zahlungsunfähigkeit, Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung im Vergleich — Drei Gründe, drei verschiedene Konsequenzen. Zahlungsunfähigkeit: klassisch, häufigste, sofortige Antragspflicht für Geschäftsführer. Drohende Zahlungsunfähigkeit: der strategische Grund – nur der Schuldner darf ihn nutzen, und…

E

  • Eidesstattliche Versicherung (Insolvenzrecht) — Das Gericht kann verlangen, dass der Schuldner seine Vermögensangaben eidesstattlich versichert. Wer lügt: strafbar nach § 156 StGB. Wer sich weigert: Beugehaft. Beides ist keine…
  • Eigenantrag (Insolvenzantrag) — Der Eigenantrag ist der selbstbestimmte Schritt in das Verfahren. Du stellst ihn, du steuerst den Zeitpunkt, du verbindest ihn direkt mit dem Antrag auf Restschuldbefreiung.…
  • Eigentumsvorbehalt — Eigentumsvorbehalt ist Standardpraxis im Geschäftsverkehr: Wer Ware liefert, ohne sofort Geld zu sehen, behält das Eigentum bis zur vollständigen Zahlung. Im Insolvenzfall des Käufers ist…
  • Eigenverwaltung — Eigenverwaltung bedeutet: Das Management bleibt. Kein externer Verwalter, stattdessen ein Sachwalter der überwacht. Das klingt gut – und ist es auch, wenn man es richtig…
  • Eingehungsbetrug in der Krise — Eingehungsbetrug ist das, was passiert, wenn jemand in der Krise weiter Verträge schließt, obwohl er weiß: Zahlen werde ich nicht können. Strafbar nach § 263…
  • Erbausschlagung in der Insolvenz — Erbausschlagung in der Insolvenz – sechs Wochen Frist, sonst gilt das Erbe als angenommen. Ausgeschlagen: weder dir noch dem Treuhänder. Klingt einfach – ist es…
  • Erbschaft in der Insolvenz — Erbschaft während der Insolvenz: juristisch heikel. Im laufenden Verfahren alles in die Masse. In der Wohlverhaltensperiode: Hälfte an den Treuhänder. Ausschlagen möglich – aber manchmal…
  • Eröffnet oder vorläufig – der Unterschied — Antrag gestellt – das ist nicht dasselbe wie Verfahren eröffnet. Dazwischen liegt die vorläufige Phase: Das Gericht prüft, sichert, bestellt ggf. schon einen vorläufigen Verwalter.…
  • Eröffnung des Insolvenzverfahrens — Ein Insolvenzverfahren eröffnet das Gericht nicht einfach so – es braucht einen Antrag und einen anerkannten Eröffnungsgrund: Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung. Gläubiger können ebenfalls…
  • Eröffnungsbeschluss — Mit dem Eröffnungsbeschluss ist es offiziell: Das Insolvenzverfahren läuft. Das Gericht setzt Uhrzeit und Datum fest, benennt den Insolvenzverwalter und macht den Beschluss öffentlich. Aus…
  • Ersatzaussonderung — Manchmal ist eine Sache, die eigentlich zurückgegeben werden müsste, schon weg – weil der Insolvenzverwalter sie verkauft hat. In dem Fall greift die Ersatzaussonderung: Statt…
  • Erwerbsobliegenheit — Wer Restschuldbefreiung will, muss arbeiten oder sich nachweislich bemühen. Keine zumutbare Stelle ablehnen, Bemühungen dokumentieren. Wer nichts tut, bietet Gläubigern eine Angriffsfläche. Die Versagung der…

F

  • Feststellung von Forderungen aus unerlaubter Handlung im Insolvenzverfahren — Als Gläubiger einer Deliktsschuld muss man aktiv werden – und das in zwei Schritten. Erstens: Forderung anmelden und dabei die vorsätzliche unerlaubte Handlung ausdrücklich benennen.…
  • Firmeninsolvenz — 'Firmeninsolvenz' klingt nach dem Ende – muss es aber nicht sein. Das Gesetz kennt diesen Begriff nicht, aber es kennt Wege: Regelinsolvenz, Eigenverwaltung, Insolvenzplan. Wer…
  • Forderung (Insolvenzrecht) — Im Insolvenzrecht ist nicht jede Forderung gleich. Die Hierarchie entscheidet: Masseverbindlichkeiten zuerst, dann Insolvenzforderungen nach Quote, dann nachrangige Forderungen – die in der Praxis fast…
  • Forderungen aus unerlaubter Handlung (§ 302 InsO) — Restschuldbefreiung bedeutet nicht: alles weg. § 302 InsO listet die Ausnahmen. Ganz oben: Forderungen aus vorsätzlicher unerlaubter Handlung. Wer also jemandem absichtlich geschadet hat –…
  • Forderungsabtretung (Zession) — Forderungsabtretung: Das Recht, Geld zu bekommen, wechselt den Eigentümer – ohne dass der Schuldner mitredet. Im Insolvenzrecht ist das ein kritischer Punkt: Wer hat die…
  • Forderungsanmeldung bis zur Schlussverteilung — Wer die Anmeldefrist verpasst, ist nicht automatisch raus – aber zahlt den Preis dafür. Nachträgliche Anmeldung bis zur Schlussverteilung ist möglich, kostet aber einen eigenen…
  • Forderungsfeststellung — Forderungsfeststellung ist der Durchgang vom Antrag zur gesicherten Position. Nicht bestritten – festgestellt – Tabellenwirkung. Bestritten – Klage – Aufwand. Für Gläubiger gilt: Vollständig anmelden,…
  • Forum Hopping — Forum Hopping ist der kleine Bruder des COMI-Shoppings – aber auf nationalem Terrain. Wer seinen Firmensitz kurz vor dem Antrag in einen anderen Gerichtsbezirk verlegt,…
  • Fremdantrag (Gläubigerinsolvenzantrag) — Ein Gläubiger stellt den Antrag – das ist der Fremdantrag. Für den Schuldner ist das ein Weckruf mit Countdown. Denn: Das Gericht gibt ihm Gelegenheit…
  • Friends & Family in der Insolvenzanfechtung (§ 138 InsO) — Friends & Family in der Insolvenzanfechtung – das klingt familiär, ist aber eine Anfechtungsfalle. § 138 InsO zieht den Kreis der nahestehenden Personen weit: Ehepartner,…

G

  • Gehaltsabtretung — Gehaltsabtretung – der Gläubiger sichert sich direkt am Lohn. Bis zur Pfändungsfreigrenze möglich, darüber nicht. Mit Insolvenzantrag und Abtretungserklärung nach § 287 InsO ist die…
  • Generalbevollmächtigter — Der Generalbevollmächtigte ist das Schweizer Taschenmesser der Unternehmensvertretung – breite Vollmacht, schnelle Einsatzfähigkeit. In der Krisenphase vor Antragstellung nützlich, wenn die Geschäftsführung handlungsunfähig oder abgezogen…
  • Gerichtsvollzieher — Der Gerichtsvollzieher vollstreckt – das ist sein Job. Titel in der Hand, Auftrag erteilt, er kommt. Im Insolvenzkontext hat sein Besuch eine doppelte Bedeutung: Findet…
  • Gerichtsvollzieher — Der Gerichtsvollzieher vollstreckt – Punkt. Er kommt, wenn ein Gläubiger einen Titel hat und sein Geld sehen will. Was viele nicht wissen: Wenn nichts zu…
  • Gläubigerausschuss — Der Gläubigerausschuss ist das Kontrollorgan im Hintergrund – kleiner als die Gläubigerversammlung, aber nicht weniger einflussreich. Wer hier sitzt, hat echten Einfluss auf den Verfahrensverlauf.…
  • Gläubigerbegünstigung — Gläubigerbegünstigung ist der strafrechtliche Zwilling der zivilrechtlichen Insolvenzanfechtung. Wer in der Krise bestimmte Gläubiger bevorzugt – die Hausbank, den Gesellschafter, den befreundeten Lieferanten – und…
  • Gläubigerbenachteiligung — Gläubigerbenachteiligung ist das juristische Stichwort für: Du hast kurz vor der Insolvenz noch Dinge getan, die bestimmten Leuten nutzen und der Gläubigergemeinschaft schaden. Der Insolvenzverwalter…
  • Gläubigerversammlung — In der Gläubigerversammlung sitzt die Macht. Alle Gläubiger kommen zusammen, das Gericht leitet die Sitzung, und es werden echte Entscheidungen getroffen – über Verwertung, Insolvenzplan,…

I

  • Inkasso und Inkassounternehmen — Inkasso: private Forderungseinziehung, keine staatliche Macht, keine Vollstreckungsbefugnis. Gebühren gesetzlich begrenzt – viele Schreiben enthalten überhöhte Forderungen. Ab Insolvenzeröffnung: Forderungsanmeldung beim Treuhänder, Direktkontakt unzulässig. Wer…
  • Insolvenz und Arbeitgeber — Kündigung wegen Insolvenz: grundsätzlich unwirksam. Kein anerkannter Kündigungsgrund. Arbeitgeber erfährt es durch den PfÜB des Treuhänders – das lässt sich nicht vermeiden. Keine allgemeine Anzeigepflicht.…
  • Insolvenzanfechtung — Insolvenzanfechtung ist die rechtliche Zeitmaschine des Insolvenzverwalters – er greift zurück, holt sich, was weggegeben wurde, und führt es der Masse zu. Bis zu zehn…
  • Insolvenzbekanntmachungen — Insolvenzbekanntmachungen sind amtliche Veröffentlichungen von Insolvenzgeräuchten – Eroffnungsbeschlüsse, Gläubigerversammlungen, Prüfungstermine, Abschlussbeschlüsse. Sie sind unter www.insolvenzbekanntmachungen.de kostenlos abrufbar. Inhalte: Eröffnung des Verfahrens, Name und Anschrift des…
  • Insolvenzforderungen — Insolvenzforderungen sind die Schulden von gestern – alle Forderungen, die beim Start des Verfahrens bereits bestanden. Sie stehen in der Befriedigungsreihenfolge hinten: Erst kommen die…
  • Insolvenzgericht — Jedes Insolvenzverfahren läuft über ein Amtsgericht – das sogenannte Insolvenzgericht. Zuständig ist das Gericht am Wohn- oder Geschäftssitz des Schuldners, genauer: das Amtsgericht im Bezirk…
  • Insolvenzgründe — Drei Gründe, ein Ergebnis: Das Insolvenzverfahren kann eröffnet werden. Zahlungsunfähigkeit – die Rechnungen stapeln sich, das Konto ist leer. Drohende Zahlungsunfähigkeit – es ist absehbar,…
  • Insolvenzmasse — Insolvenzmasse – das ist der Pool, der verteilt wird. Alles pfändbare Vermögen bei Eröffnung plus pfändbarer Neuerwerb. Reihenfolge: Verfahrenskosten zuerst, dann Massegläubiger, dann Insolvenzgläubiger nach…
  • Insolvenzquote — Die Insolvenzquote gibt an, wie viel Prozent ihrer angemeldeten Forderungen Gläubiger am Ende eines Insolvenzverfahrens ausgezahlt bekommen. Sie hängt davon ab, wie viel verwertbares Vermögen…
  • Insolvenzreife — Insolvenzreife ist der Moment, ab dem die Uhr läuft – und zwar für den Geschäftsführer persönlich. Drei Wochen, dann muss der Antrag gestellt sein. Wer…
  • Insolvenzverfahren — Das Insolvenzverfahren ist kein Scheiterhaufen – es ist ein geordneter Prozess. Ziel: alle Gläubiger gleichmäßig befriedigen und für natürliche Personen den Weg zur Restschuldbefreiung ebnen.…
  • Insolvenzverwaltervergütung — Die Treuhändervergütung ist keine Verhandlungssache – sie ergibt sich aus Gesetz und InsVV. Mindestvergütung 300 Euro, steigt mit der Masse. Plus Auslagen und MwSt. Wird…
  • Interimsmanager (in der Insolvenz) — Der Interimsmanager ist der Profi auf Zeit – reingebracht, wenn es brennt. Krisenstabilisierung vor dem Antrag, Unterstützung der Eigenverwaltung, Fortführung nach Verfahrenseröffnung. Oft als CRO…

J

  • Juristische Person — GmbH, AG, Verein – juristische Personen. Rechtlich eigenständig, haftet mit eigenem Vermögen. Im Insolvenzfall wird das Verfahren eröffnet, aber: keine Restschuldbefreiung. Die Gesellschaft wird am…

K

  • Kleine Selbständige in der Insolvenz — Früher selbständig, jetzt insolvent – die Frage ist: Regelinsolvenz oder Verbraucherinsolvenz? Die Antwort hängt von zwei Faktoren ab: weniger als 20 Gläubiger und keine Schulden…
  • Kleinverfahren (Verbraucherinsolvenz) — Kleinverfahren, Privatinsolvenz, Verbraucherinsolvenz – drei Namen für dasselbe Verfahren. Vereinfacht gegenüber dem Regelinsolvenzverfahren, klarer Ablauf, Treuḧänder statt Insolvenzverwalter. Für Privatpersonen der Standardweg. Für ehemals Selbständige…
  • Konkurs — Konkurs ist das, was Oma sagt, wenn sie Insolvenz meint. Historisch korrekt – die Konkursordnung von 1877 hat das Verfahren über 120 Jahre geregelt. Seit…
  • Kontopfändung — Kontopfändung: PfÜB an die Bank, Konto eingefroren, Guthaben wird abgeführt. Schutz: P-Konto einrichten – Grundfreibetrag ist geschützt. Ab Insolvenzeröffnung: § 89 InsO stoppt alle Einzelvollstreckungen.…
  • Kosten der Verbraucherinsolvenz — Kosten der Verbraucherinsolvenz – kurz und konkret: Gerichtskosten: 200–400 Euro in einfachen Fällen, mehr bei höherer Masse. Treuhändervergütung: Mindestvergütung 300 Euro, steigt mit der Masse.…
  • Krisenfrüherkennungssystem (§ 1 StaRUG) — § 1 StaRUG ist eine der unterschätztesten Pflichten im Unternehmensrecht. Jeder Geschäftsführer muss ein Krisenfrüherkennungssystem haben – nicht irgendwann, sondern jetzt. Konkret: Prozesse, Kennzahlen, Eskalationsmechanismen,…

L

  • Lange Anfechtungszeiträume in der Insolvenzanfechtung — Zehn Jahre – das ist der lange Arm des § 133 InsO. Wer denkt, dass er nach einigen Jahren auf der sicheren Seite ist, irrt.…
  • Lastschriften im Insolvenzverfahren — Wer Lastschriften laufen hat, sollte das früh im Blick haben: Der Insolvenzverwalter kann Abbuchungen der letzten sechs Wochen widerrufen – egal ob berechtigt oder nicht.…
  • Liquidität — Liquidität ist der Puls eines Unternehmens – solange er schlägt, läuft der Betrieb. Wer früh erkennt, dass die Liquidität kritisch wird, hat noch Handlungsspielraum. Wer…
  • Lohnpfändung — Lohnpfändung: PfÜB zum Arbeitgeber, der pfändbare Anteil geht direkt an den Gläubiger. Der Arbeitgeber weiß Bescheid – das ist für viele Schuldner der eigentlich unangenehme…
  • Lottogewinn in der Insolvenz — Lottogewinn während der Insolvenz: melden, alles in die Masse. Keine Halbierungsregel. Wer schweigt, verliert möglicherweise die Restschuldbefreiung. Die Kehrseite: Ein großer Gewinn kann das Verfahren…

M

  • Mahnbescheid und Vollstreckungsbescheid — Mahnbescheid: gelber Brief vom Gericht, zwei Wochen Widerspruchsfrist. Kein Widerspruch: Vollstreckungsbescheid. Vollstreckungsbescheid: Titel, Vollstreckung möglich. In der Insolvenz: Vollstreckungsbescheide nach Antragstellung nicht vollstreckbar (§ 89…
  • Massegläubiger — Massegläubiger sind die VIPs der Gläubigerstruktur – sie kommen zuerst. Verfahrenskosten, Verwaltervergütung, laufende Verpflichtungen: Das alles geht raus, bevor normale Gläubiger irgendetwas sehen. Wenn die…
  • Mietschulden in der Insolvenz — Kündigungssperre nach § 112 InsO: Vermieter darf wegen Altmietschulden nicht kündigen – ab Antragstellung. Altschulden werden Insolvenzforderung, nach RSB gelöscht. Laufende Miete: Masseverbindlichkeit, muss gezahlt…
  • Mitwirkungspflicht des Schuldners – auch für Organe — Mitwirkungspflicht bedeutet: vollständige Offenlegung, keine Ausnahmen. Alle Unterlagen, alle Auskünfte, alle Informationen über Vermögen und Verbindlichkeiten. Der Verwalter hat das Recht auf Einsicht – und…

N

  • Nachtschichtzuschlag und Sonderzuschläge in der Insolvenz — Nachtschicht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge: vollständig unpfändbar nach § 850a Nr. 3 ZPO, ohne Höchstgrenze. Kein Abführen, kein Treuhänder. Das ist einer der wenigen echten Vorteile…
  • Natürliche Person — Natürliche Person – das bist du. Und das macht einen entscheidenden Unterschied: Nur natürliche Personen können Restschuldbefreiung bekommen. GmbHs werden aufgelöst und verschwinden. Du nicht.…
  • Neuerwerb — Was du während des Verfahrens verdienst oder erbst, gehört zur Masse. Gleichzeitig: Wer neue Schulden macht, schafft Neugläubiger – die kaum eine Chance haben, ihr…
  • Nullplan — Der Nullplan ist der Plan, der scheitern soll. Wer nichts anzubieten hat, legt einen Nullplan vor. Die Gläubiger lehnen ab – fast immer. Und genau…
  • Nullplan – alle Varianten — Der Nullplan ist der Plan, der scheitern soll – und das in drei Varianten. Klassisch: 0 Euro angeboten. Flexibel: pfändbarer Einkommensanteil abgetreten, was bei niedrigem…

O

  • Obliegenheiten (Insolvenzrecht) — Die Obliegenheiten sind die Spielregeln der Wohlverhaltensperiode. Wer sie kennt und erfüllt, kommt durch. Wer sie verletzt, riskiert die Restschuldbefreiung – und damit alles. Die…

P

  • Pfändbarkeit von Kraftfahrzeugen (PKW) — Das Auto gehört zur Insolvenzmasse – grundsätzlich. Aber nicht immer. Wer sein Fahrzeug nachweislich für die Erwerbstätigkeit braucht, kann es schützen. Entweder weil der Arbeitsplatz…
  • Pfändung – Überblick — Pfändung: staatlich angeordneter Vermögenszugriff. Voraussetzung: Vollstreckungstitel. Arten: Lohnpfändung, Kontopfändung, Sachpfändung, Forderungspfändung, Immobiliarpfändung. Schutzinstrumente: Pfändungsfreigrenze, P-Konto, Unpfändbarkeiten nach § 811 ZPO. In der Insolvenz: § 89…
  • Pfändung nach Verfahrenseröffnung — Eröffnung bedeutet: Vollstreckungsstopp. Ab diesem Moment dürfen einzelne Gläubiger nicht mehr ran – kein Pfänden, kein Vollstrecken in die Masse. Und wer im letzten Monat…
  • Pfändungsfreigrenze — Pfändungsfreigrenze ist die rote Linie: was darunter liegt, gehört dir. Was darüber liegt, gehört dem Gläubiger – oder dem Treuhänder. Aktuell rund 1.490 Euro netto…
  • Pfändungsschutzkonto (P-Konto) — Kontopfändung ohne P-Konto: Das Konto ist eingefroren, nichts geht mehr. Mit P-Konto: Der Grundfreibetrag ist geschützt, das Leben läuft weiter. Die Umwandlung läuft über die…
  • Pfändungstabelle — Die Pfändungstabelle bestimmt, was von Ihrem Einkommen gepfändet werden kann – und was Ihnen bleibt. Ein Grundbetrag ist immer geschützt, er wird alle zwei Jahre…
  • Pflichtteilsergänzungsanspruch in der Insolvenz — Pflichtteilsergänzungsanspruch: Erblasser hat in den letzten zehn Jahren verschenkt – Pflichtteil wurde geschmälert – Ergänzungsanspruch entsteht. In der Insolvenz: Dieser Anspruch gehört zur Masse. Der…
  • Privatinsolvenz — Privatinsolvenz ist kein Scheitern – es ist ein Werkzeug. Wer als Privatperson in der Schuldenfalle sitzt, kann diesen gesetzlichen Weg nutzen, um nach drei Jahren…
  • Prozesskostenhilfe — Prozesskostenhilfe ist das gerichtliche Äquivalent zur Beratungshilfe – aber für den Rechtsstreit vor Gericht. Bedürftigkeit plus Erfolgsaussichten – dann übernimmt der Staat die Kosten. Im…
  • Prüfungstermin — Der Prüfungstermin ist der Moment der Wahrheit für Gläubigerforderungen. Wer nicht widerspricht, akzeptiert. Wer bestreitet, muss kämpfen – per Feststellungsklage oder Prozessaufnahme. Für Schuldner: Wer…

Q

  • Quote — Siehe → Insolvenzquote.
  • Quotenschaden — Wenn ein Insolvenzantrag zu spät gestellt wird, sinkt die Befriedigungsquote der Gläubiger — das ist der Quotenschaden. Je länger die Antragstellung hinausgezögert wird, desto mehr…

R

  • Regelinsolvenzverfahren — Regelinsolvenzverfahren – das Verfahren für Unternehmen und komplexe Fälle. Kein vereinfachter Ablauf, kein Schuldenbereinigungsplan, kein Treuhänder. Stattdessen: Insolvenzverwalter mit voller Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis ab Eröffnung.…
  • Rente und Insolvenz — Rente in der Insolvenz: Arbeitseinkommen gleichgestellt, Pfändungsfreigrenze gilt. Was darunter liegt: sicher. Was darüber liegt: in der WVP an den Treuhänder. Kleine Rente unterhalb der…
  • Restschuldbefreiung — Restschuldbefreiung – das ist das Ziel. Gerichtsbeschluss, Schulden weg, Neuanfang. Wer seine Obliegenheiten erfüllt, kommt dort hin: nach 3 Jahren mit 35 % Quote, nach…

S

  • Sachwalter — Der Sachwalter ist der Kontrolleur der Eigenverwaltung. Die Geschäftsführung bleibt am Steuer – aber nicht unkontrolliert. Er überwacht Zahlungen, prüft die wirtschaftliche Lage, hat Anfechtungsrechte…
  • Sanierungsdarlehen — Sanierungsdarlehen sind das Instrument der Hoffnung in der Krise – aber sie sind anfechtungsrechtlich vermint. Wer ein Darlehen gibt und es zurückbekommt, bevor die Insolvenz…
  • SCHUFA und Insolvenz — SCHUFA-Eintrag bei Insolvenz – unvermeidlich, aber zeitlich begrenzt. Eröffnung: negativer Eintrag. Restschuldbefreiung erteilt: drei Jahre Löschfrist. Danach sauber. In der Praxis rund sechs Jahre Gesamtbelastung.…
  • SCHUFA-Eintrag löschen – wann und wie — SCHUFA-Löschung: drei verschiedene Szenarien, drei verschiedene Fristen. 1. Schuldnerverzeichnis-Eintrag: 3 Jahre ab Eintragung. Vorzeitige Löschung möglich bei Zahlung + Antrag – aber nur wenn Gläubiger…
  • Schuldenbereinigungsplan, außergerichtlich — Vor dem Insolvenzantrag steht der Versuch, die Sache außergerichtlich zu regeln – das schreibt die Insolvenzordnung so vor. Das bedeutet: Sie legen Ihren Gläubigern einen…
  • Schuldenbereinigungsverfahren — Zwei Stufen, beide Pflicht. Erstens: außergerichtlicher Versuch mit Scheiternsbescheinigung. Zweitens: gerichtliches Verfahren. Erst dann: Insolvenzeroöffnung. Kein Abkürzungsweg. Aber wer die Stufen richtig gestaltet, hat die…
  • Schuldnerberatung — Schuldnerberatung: erste Anlaufstelle bei Überschuldung. Zwei Wege – kostenlose öffentliche Beratungsstellen (Wartezeiten beachten) oder anwaltliche Beratung über Beratungshilfe. Bescheinigungsbefugnis nach § 305 InsO haben beide.…
  • Schuldnerverzeichnis — Das Schuldnerverzeichnis ist die öffentliche Dokumentation der Zahlungsunfähigkeit – einsehbar von jedem, der es wissen will. Banken, Vermieter, Geschäftspartner. Wer dort steht, hat es schwerer.…
  • Schwacher vorläufiger Insolvenzverwalter — Der schwache vorläufige Verwalter ist die häufigere Variante – und die, bei der der Schuldner noch handlungsfähig bleibt. Formal. Mit Zustimmungsvorbehalt. Das klingt besser als…
  • Selbständigkeit in der Insolvenz — Selbständig und insolvent – kein Widerspruch, aber ein Sonderweg. Das Einkommen aus der Tätigkeit fließt in die Masse. Während der Wohlverhaltensperiode muss der Schuldner zahlen,…
  • Starker vorläufiger Insolvenzverwalter — Starker vorläufiger Verwalter bedeutet: Der Schuldner ist raus. Die Verfügungsbefugnis geht komplett auf den Verwalter über – kein Geld bewegen, keine Verträge, keine Eigenmächtigkeit. Was…
  • StaRUG (Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz) — Das StaRUG ist das Instrument für Unternehmen, die die Kurve noch kriegen können – aber schnell handeln müssen. Voraussetzung: drohende Zahlungsunfähigkeit, keine eingetretene Insolvenz. Wer…
  • Steuererstattung in der Wohlverhaltensperiode — Steuererstattung in der WVP – die Frage kommt häufig. Die Antwort ist nicht: alles weg. Die Antwort ist: es kommt drauf an. Bei gemeinsamer Veranlagung…

T

  • Tabellenforderung — Tabellenforderung – das ist die angemeldete und festgestellte Forderung im Insolvenzverfahren. Festgestellt in der Tabelle bedeutet: Wirkung wie ein rechtskräftiges Urteil. Aus dem Tabellenauszug kann…
  • Titel (Vollstreckungstitel) – Überblick — Kein Titel, keine Vollstreckung – das ist die Grundregel. Fünf klassische Titelarten: Urteil, Vollstreckungsbescheid, notarielle Unterwerfung, Prozessvergleich, Tabellenauszug. Ab Insolvenzeröffnung: alle gesperrt nach § 89…
  • Treuhänder (veraltet – heute: Insolvenzverwalter) — Im Privatinsolvenzverfahren ist der Treuhänder dein zentraler Ansprechpartner auf Verwalterseite. Er übernimmt die Masse, verteilt sie an die Gläubiger und begleitet das Verfahren durch die…

U

  • Unpfändbarkeitsbescheinigung — Gerichtsvollzieher war da, hat nichts gefunden – Ergebnis: Unpfändbarkeitsbescheinigung. Das klingt nach Niederlage, ist aber ein nützliches Dokument. Es belegt die Zahlungsunfähigkeit und kann sowohl…
  • Unterhaltspflichten in der Insolvenz — Insolvenz befreit nicht vom Unterhalt. Laufende Unterhaltspflichten: Masseverbindlichkeiten, vorrangig. Unterhaltsschulden aus der Vergangenheit: Insolvenzforderungen, anzumelden. Pfändungsfreigrenze steigt mit jeder unterhaltsberechtigten Person. Wer absichtlich keinen Unterhalt…
  • Urlaubsabgeltung in der Insolvenz und Wohlverhaltensperiode — Urlaubsabgeltung ist kein Urlaubsgeld – und das ist ein wichtiger Unterschied. Kein Sonderschutz nach § 850a Nr. 4 ZPO, keine 500-Euro-Freigrenze. Volle Pfändbarkeit nach §…
  • Urlaubsgeld in der Insolvenz und Wohlverhaltensperiode — Urlaubsgeld in der WVP – kein Freibetrag, aber partiell geschützt. § 850a Nr. 4 ZPO: bis zur Hälfte des Monatsgehalts, maximal 500 Euro unpfändbar. Was…
  • Urteil — Urteil: klassischer Vollstreckungstitel nach § 704 ZPO. Rechtskräftig, vollstreckbar – bis zur Insolvenzeröffnung. Ab Eröffnung: § 89 InsO sperrt die Vollstreckung. Nach RSB: Forderung erlöscht…

V

  • Verbraucherinsolvenzverfahren — Der gesetzlich vorgesehene Weg für Privatpersonen in der Schuldenfalle. Vereinfachter Ablauf, Treuhänder statt Insolvenzverwalter, am Ende Restschuldbefreiung. Voraussetzung: gescheiterter Einigungsversuch. Pflicht, kein optionaler Schritt. Rechtsgrundlagen:…
  • Verfahrensaufhebung — Verfahrensaufhebung – das Gericht schließt das Verfahren. Was danach passiert, hängt vom Verfahrenstyp ab. Verbraucherinsolvenz: Aufhebung löst Wohlverhaltensperiode aus – drei Jahre Obliegenheiten, dann Restschuldbefreiung.…
  • Verfahrenskosten — Insolvenzverfahren kosten Geld – Gerichtsgebühren, Verwaltervergütung. Das geht aus der Masse raus, bevor Gläubiger einen Cent sehen. Reicht die Masse nicht, wird das Verfahren gar…
  • Verfahrenskostenstundung — Wer kein Geld hat, soll deshalb nicht auf seinen Neuanfang verzichten müssen. Die Verfahrenskostenstundung macht genau das möglich: Der Staat streckt die Kosten vor, das…
  • Verlängerter Eigentumsvorbehalt — Der verlängerte Eigentumsvorbehalt ist das Sicherungsinstrument für Lieferanten, die wissen, dass ihre Ware weiterverkauft wird. Einfacher Eigentumsvorbehalt endet mit dem Weiterverkauf. Der verlängerte nicht: Die…
  • Vermögensauskunft (früher: Eidesstattliche Versicherung) — Vermögensauskunft: der Gläubiger will wissen was da ist und wo. Vollstreckungstitel + Gerichtsvollzieher + Formular + Unterschrift. Falsche Angaben: strafbar. Termin verpassen: Haftbefehl möglich. Abwendung:…
  • Vermögensstatus — Vermögensstatus: Aktiva gegen Passiva – die ehrliche Bilanz. Für Unternehmen: Grundlage der Überschuldungsprüfung nach § 19 InsO. Übersteigen die Schulden das Vermögen ohne Fortführungsperspektive: Antragspflicht.…
  • Versagung der Restschuldbefreiung – falsche Angaben im Antrag (§ 290 Abs. 1 Nr. 6 InsO) — Kreditantrag mit geschönten Zahlen, falsche Selbstauskunft, unrichtige Sozialleistungsangaben – wer schriftlich gelogen hat, um Geld oder Leistungen zu bekommen, verliert den Anspruch auf Restschuldbefreiung. Drei-Jahres-Fenster,…
  • Versagung der Restschuldbefreiung – Insolvenzstraftaten (§ 290 Abs. 1 Nr. 1 InsO) — Wer wegen Bankrott, Buchführungspflichtverletzung oder Gläubigerbegünstigung verurteilt wurde, verliert den Anspruch auf Restschuldbefreiung. Fünf-Jahres-Fenster vor dem Antrag oder danach. Rechtskräftige Verurteilung vorausgesetzt – keine Verurteilung,…
  • Versagung der Restschuldbefreiung – Obliegenheitsverletzungen (§ 290 Abs. 1 Nr. 7 InsO) — Die Wohlverhaltensperiode ist drei Jahre Disziplin. Wer sie nicht durchhält – keine Arbeit gesucht, Erbschaft nicht abgeführt, Umzug nicht gemeldet, Geld an Gläubiger direkt gezahlt…
  • Versagung der Restschuldbefreiung – Übersicht (§ 290 InsO) — § 290 InsO ist die Checkliste des Versagens – sieben Gründe, warum die Restschuldbefreiung verweigert werden kann. Kein Automatismus, kein Amtsverfahren. Ein Gläubiger muss beantragen,…
  • Versagung der Restschuldbefreiung – unangemessener Vermögensverbrauch (§ 290 Abs. 1 Nr. 4 InsO) — Wer in der Krise noch auf großem Fuß gelebt hat – Luxus auf Kredit, Glücksspiel, Kreditaufnahme ohne Rückzahlungsperspektive – dem kann die Restschuldbefreiung versagt werden.…
  • Versagung der Restschuldbefreiung – Verletzung von Auskunfts- und Mitwirkungspflichten (§ 290 Abs. 1 Nr. 5 InsO) — Schweigen ist kein Schutz – es ist ein Versagungsgrund. Wer dem Verwalter Informationen vorenthält, Konten verschweigt oder Unterlagen nicht liefert, riskiert die Restschuldbefreiung. Vorsatz oder…
  • Versagung der Restschuldbefreiung – vorsätzliche Gläubigerbenachteiligung (§ 290 Abs. 1 Nr. 4 InsO) — Vermögen versteckt, Schulden vorgetäuscht, Gläubiger ausgetrickst – das rächt sich. § 290 Abs. 1 Nr. 4 InsO versagt die Restschuldbefreiung für vorsätzliche Gläubigerbenachteiligung in den…
  • Versicherung an Eides Statt / eidesstattliche Versicherung — Das Gericht kann verlangen, dass der Schuldner seine Angaben eidlich bekräftigt – die sogenannte eidesstattliche Versicherung. Wer hier nicht die Wahrheit sagt, riskiert eine Strafanzeige…
  • Vollstreckung aus Forderungen aus unerlaubter Handlung nach Ende der Wohlverhaltensperiode — Restschuldbefreiung erteilt – und trotzdem klingelt der Gerichtsvollzieher. Das ist kein Fehler, das ist § 302 InsO. Wer eine Forderung aus vorsätzlicher unerlaubter Handlung korrekt…
  • Vollstreckungsbescheid — Vollstreckungsbescheid: Das Ergebnis ignorierten Mahnbescheids. Gleichgestellt einem Urteil, sofort vollstreckbar. Zwei Wochen Einspruchsfrist ab Zustellung – dann streitiges Verfahren. In der Insolvenz: nach Antragstellung nicht…
  • Vollstreckungstitel — Ohne Titel keine Vollstreckung – das ist die eiserne Regel. Urteil, Vollstreckungsbescheid, notarielle Unterwerfungserklärung, Prozessvergleich. Im Insolvenzkontext: Ab Eröffnung nicht mehr vollstreckbar (§ 89 InsO).…
  • Vorläufige Insolvenzverwaltung — Zwischen Antrag und Verfahrenseröffnung ist eine gefährliche Phase – viel kann passieren, viel kann verschwinden. Deshalb kann das Gericht sofort einen vorläufigen Insolvenzverwalter einsetzen. Sein…
  • Vorläufiger Gläubigerausschuss — Der vorläufige Gläubigerausschuss ist Machtpolitik in der Frühphase. Wer dort sitzt, hat Einfluss auf die entscheidende Frage: Wer wird Insolvenzverwalter? Einstimmiger Vorschlag des Ausschusses –…
  • Vorpfändung (§ 845 ZPO) — Vorpfändung ist Rangwahrung – schnell und ohne großen Aufwand. Der Gläubiger sichert seinen Platz, bevor der PfÜB fertig ist. Drittschuldner darf nicht mehr zahlen. Aber:…
  • Vorzeitige Löschung aus dem Schuldnerverzeichnis — Vorzeitige Löschung aus dem Schuldnerverzeichnis: möglich bei vollständiger Zahlung oder Erlass. Benötigt: Eintragungsanordnungsschreiben + Zahlungsnachweis beim zentralen Vollstreckungsgericht. Kostenlos. Wirkung auf SCHUFA: nur wenn Gläubiger…

W

  • Wartezeit bei der Schuldnerberatung – und was du tun kannst — Schuldnerberatung voll, drei Monate Wartezeit – das ist die Realität in vielen Städten. Wer wartet, verliert Zeit. Und manchmal Optionen. Der Weg: Wartezeit schriftlich bestätigen…
  • Weihnachtsgeld in der Insolvenz und Wohlverhaltensperiode — Weihnachtsgeld in der WVP – kein Freibetrag, sondern Arbeitseinkommen. Der pfändbare Anteil geht an den Treuhänder. Aber: § 850a Nr. 4 ZPO schützt einen Teil…
  • Wirkung der Feststellung (Tabellenwirkung) — Die Tabellenwirkung ist der juristische Jackpot für Gläubiger: Festgestellt – Urteilswirkung – vollstreckbar. Kein neuer Prozess notwendig, der Tabellenauszug reicht. Für Schuldner ohne Restschuldbefreiung: Die…
  • Wohlverhaltensperiode — Die Wohlverhaltensperiode ist die letzte Phase vor der Restschuldbefreiung. Drei Jahre, in denen der Schuldner seinen pfändbaren Einkommensanteil abtritt und bestimmte Pflichten erfüllt. Wer mitmacht…
  • Wohlverhaltensperiode – deine Pflichten im Überblick — Drei Jahre Wohlverhaltensperiode – sechs Pflichten, die zählen. Wer sie kennt und erfüllt, ist auf der sicheren Seite. Wer sie ignoriert, riskiert alles. 1. Erwerbsobliegenheit:…

Z

  • Zahlungen von Ehegatten in der Krise — Zahlungen an den Ehegatten in der Krise sind eine der klassischen Anfechtungsfallen. § 138 InsO setzt die Vermutung, dass nahestehende Personen den Benachteiligungsvorsatz kennen. Das…
  • Zahlungsunfähigkeit — Zahlungsunfähigkeit ist der Klassiker unter den Insolvenzgründen – die Rechnungen kommen, das Geld fehlt, und daran ändert sich nichts mehr. Ab einer Liquiditätslücke von 10…
  • Zahlungsunfähigkeit – Maßstäbe des BGH — Der BGH hat hier klare Linien gezogen. Wer mehr als 10 % seiner fälligen Verbindlichkeiten nicht bedienen kann, ist zahlungsunfähig – sofern keine realistische Chance…
  • Zugewinnausgleich in der Insolvenz — Zugewinnausgleich in der Insolvenz – zwei Seiten einer Medaille. Bekommt der Schuldner Geld: gehört zur Masse. Schuldet der Schuldner Geld: Insolvenzforderung des Ehegatten. Und wer…

Ö

  • Öffentlich geförderte Schuldnerberatung (z.B. Diakonie, Caritas) — Öffentliche Schuldnerberatung: kostenlos, kompetent, aber mit Wartezeiten. Zwei bis sechs Monate sind realistisch. Wer nicht warten kann – weil Fristen laufen oder der Druck groß…

Ü

  • Überschuldung — Überschuldung ist der Insolvenzgrund, der häufig übersehen wird – weil das Konto noch nicht leer ist, aber die Bilanz schon nicht mehr stimmt. Mehr Schulden…
  • Überschuldung (juristische Personen) — Überschuldung – den Insolvenzgrund, den viele zu spät erkennen. Das Konto noch nicht leer, aber die Bilanz längst nicht mehr im Lot. Sechs Wochen Antragspflicht.…
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