Tannenbaum-Theorie
Die Tannenbaum-Theorie ist kein Gesetz und kein Urteil – sondern ein Bild aus der Beratungspraxis. Es beschreibt, wie Unternehmensgruppen im Laufe der Zeit wachsen: Die Holding oben, darunter immer mehr Tochtergesellschaften, Sub-Holdings, Beteiligungen – wie Äste und Zweige eines Tannenbaums.
Das Problem: Organisch gewachsene Konzernstrukturen sind häufig historisch erklärbar, aber sachlich nicht mehr sinnvoll. Gesellschaften wurden für einzelne Projekte gegründet und nie wieder aufgelöst. Beteiligungen wurden aufgebaut und nicht bereinigt. Das Ergebnis: Intransparenz, Kosten, Haftungsrisiken, Compliance-Aufwand.
Bedeutung bei M&A: Ein Käufer, der einen Tannenbaum kauft, kauft auch alle Nadeln – also alle Gesellschaften, alle Verbindlichkeiten, alle Risiken. Due Diligence wird teurer, Bewertung schwieriger, Vollzug komplizierter.
Bereinigung: Vor einem Verkauf empfiehlt sich ein Corporate Housekeeping – Bereinigung inaktiver Gesellschaften, Verschmelzung wo sinnvoll, Klarklärung der Beteiligungsstruktur. Das erhöht den Wert und vereinfacht den Prozess.
Rechtsgrundlage: Keine spezifische; UmwG, GmbHG.
