Unternehmensbewertung
Was ist ein Unternehmen wert? Die ehrliche Antwort: Was ein informierter Käufer zu zahlen bereit ist. Alles andere ist Theorie – nützliche Theorie, aber Theorie.
Gängige Methoden: DCF-Methode (Discounted Cash Flow) – der Wert ergibt sich aus den diskontierten zukünftigen Cash Flows. Aufwendig, annahmenabhängig, aber konzeptionell überlegen. EBITDA-Multiplikator – das EBITDA wird mit einem branchenspezifischen Multiplikator (3x bis 12x) multipliziert. Schnell, marktorientiert, aber grob. Substanzwertmethode – Vermögen abzüglich Verbindlichkeiten. Relevant bei Abwicklung oder wenn kein Going Concern.
Was den Wert drückt: Inhaberabhängigkeit, Klumpenrisiken bei Kunden oder Lieferanten, fehlende Verträge, ungeklärte Haftungsrisiken, mangelhafte Dokumentation.
Was den Wert hebt: Gute Führungsstruktur, Kundendiversifikation, Vertragssicherheit, Wachstumsperspektive, Corporate Governance.
In der Insolvenz: Der Insolvenzverwalter bewertet auf Liquidationsbasis – was bringt das Vermögen bei Einzelverwertung? Das ist fast immer weniger als der Going-Concern-Wert. Deshalb: Frühes Handeln erhält den Wert.
Rechtsgrundlage: IDW S 1 (Bewertungsstandard des Instituts der Wirtschaftsprüfer).
